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Messerschmitt 262 – Dornier 335 –
Focke-Wulf Ta 152

Flugzeuge, die in den Rüstungsbauten um Landsberg gebaut werden sollten

 

- von Manfred Deiler -

 
 

In den drei Flugzeugfabriken (Jägerbauten) mit den Codenamen "Walnuß II", "Weingut II" und "Diana II", sollte nach ihrer Fertigstellung mit der Produktion von Flugzeugen der Typen Messerschmitt „Me 262“, Dornier „Do 335“ und Focke-Wulf „Ta 152“ begonnen werden.

 

Die "Me 262"

Die „Me 262“ (Me 262 A-1a „Schwalbe“ – Jäger; Me 262 A-2 „Sturmvogel - Jagdbomber) war das erste in Serie gebaute und im Krieg eingesetzte Flugzeug mit Strahltriebwerken (Düsenflugzeug) der Welt. Der freitragende Tiefdecker mit einem Rumpf in Ganzmetall-Halbschalenbauweise , der von Willi Messerschmitt entwickelt worden war, hatte eine Spannweite von 12,5 Meter und verfügte über zwei Axial-Turbinen-Luftstrahl-Triebwerke.
Zur Verkürzung der Rollstrecke beim Start war die „Me 262“ standartmäßig mit zwei abwerfbaren Raketenstarthilfen ausgerüstet. Der Strahljäger, von dem bis zum Kriegsende 1.443 Stück hergestellt wurden, konnte bis in 6.000 Meter Höhe 880 Stundenkilometer erreichen und war damit den alliierten Flugzeugen wie Mustang, Spitfire, Tempest, Lightning, Thunderbold etc. um fast 200 Stundenkilometer überlegen. Eine Spezialversion, die „ME 262 D-1“, erreichte am 6. Juli 1944 sogar 1.004 Stundenkilometer, also nahe der Schallmauer. In eineinhalb Minuten stieg diese Maschine auf 8.200 Meter Höhe, was einer Steiggeschwindigkeit von 120 m/s entsprach.
Einer der Hauptstützpunkte für die „Me 262“ war gegen Kriegsende der Flugplatz in Lechfeld, der heute noch in Fliegerkreisen als die „Wiege der Düsenfliegerei“ bezeichnet wird.

Daten Me 262 A-1a - "Schwalbe"
Länge
10,60 m
Flügelspannweite
12,50 m
Flügelfläche
21,70 m²
Höhe
3,84 m
Triebwerke
2 Junkers Jumo 004 B-1 mit je 9 kN
in Gondeln unter den Flügeln
Landegeschwindigkeit 175 km/h
Höchstgeschwindigkeit 880 km/h - bei 6.000 m Höhe
Reichweite 1050 km
Dienstgipfelhöhe 11.450 m
Besatzung 1

 

Die "Do 335 "

Die „Do 335“ war ein von der Firma Dornier hergestellter kolbenbetriebener freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit mehrholmigen Flügeln. Die lange Nase und die hochbeinige Konstruktion brachten diesem Flugzeug den Namen „Pfeil“ (einsitzige Version) und „Ameisenbär“ (Doppelsitzer) ein.
Ungewöhnlich war die Anordnung mit jeweils einem Motor vorne und hinten. Die hintereinander liegenden Motoren ermöglichten einen geringen Luftwiderstand und damit eine hohe Geschwindigkeit und große Reichweite. Den vorderen Zugpropeller trieb ein in der Rumpfnase eingebauter Motor an. Der zweite Motor war im Mittelrumpf eingebaut und über eine drei Meter lange Welle mit dem Druckpropeller hinter dem Leitwerk verbunden. Durch dieses Antriebsprinzip wurde erreicht, dass der Luftwiderstand nicht größer war als bei einem einmotorigen Flugzeug.
Die Geschwindigkeit betrug je nach Version bis zu 775 km/h, die Steigleistung 8.000 m in elf Minuten.
Damit war die „Do 335“ das schnellste in Serie gebaute Flugzeug der Welt mit Kolbenmotor.
1944 und 1945 entstanden nur noch wenige Serienmaschinen. Bei Kriegsende waren 28 Flugzeuge der Vorserie und elf der Serie fertiggestellt.

Daten Do 335 - "Pfeil"
Länge
13,85 m
Flügelspannweite
13,80 m
Flügelfläche
38,50 m²
Höhe
5,00 m
Motoren
2 V-12-Motoren Daimler-Benz DB 603
Höchstgeschwindigkeit 770 km/h
Reichweite 2050 km (4750 km mit Zusatztanks)
Dienstgipfelhöhe 11.500 m
Besatzung 1

 

Die "Focke Wulf Ta 152"

 

Die "Focke Wulf Ta 152" wird oft in der Literatur als das beste Kolbenmotor Flugzeug der damaligen Zeit bezeichnet. Von allen deutschen einmotorigen Propellerflugzeugen, die zu Einsätzen kamen, erreichte es die höchste Geschwindigkeit. Die "Ta 152" war eine Weiterentwicklung der "Fw 190D" mit Reihenmotor. Das Herstellerkürzel „Ta“ stand für den Chefkonstrukteur Kurt Tank bei Focke-Wulf.
Die Leistungsdaten waren herausragend. Die Höhenjägerversion H-0 erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 718 km/h in 10.700 m Höhe. Die vergleichbaren alliierten Jagdflugzeuge wie die "Mustang P-51D" mit 1490 PS und die "Spitfire Mk. XIV" mit 1540 PS erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 703 km/h und 707 km/h – allerdings in niedrigerer Höhe.
Ab Januar 1945 wurden Umschulungen auf den neuen Typ durchgeführt. Aus Produktionsmangel wurde die Sollstärke von 35 Maschinen jedoch nie erreicht.

Daten Focke Wulf Ta 152
Länge
10,82 m
Flügelspannweite
14,80 m
Flügelfläche
23,50 m²
Höhe
3,36 m
Motoren
flüssigkeitsgekühlter V-12-Motor Jumo 213 E-1 mit 1750 PS
Höchstgeschwindigkeit 718 km/h in 10.700 m Höhe
Reichweite 1200 km
Dienstgipfelhöhe 14.800 m
Besatzung 1


 

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